Es ist Dienstagabend, im Badezimmer tropft es, und ein Kunde in Köln sucht auf dem Handy nach einem Installateur in der Nähe. Er öffnet Google Maps, vergleicht drei Einträge und ruft den an, der erreichbar wirkt, eine passende Kategorie hat und aktuelle Bewertungen zeigt. Welche Angaben braucht Ihr Eintrag, damit Sie dieser Betrieb sind?
Die kurze Antwort: Entscheidend sind vier Dinge in dieser Reihenfolge. Erstens die Frage, ob Ihr Betrieb einen Standort für Kunden hat oder zu den Kunden fährt. Zweitens eine genaue Kategorie und Leistungen in der Sprache Ihrer Kunden. Drittens identische Firmendaten überall im Netz. Viertens ein fester Ablauf für Bewertungen. Dieser Leitfaden führt Sie durch alle vier.
Standort oder Einsatzgebiet: die erste Entscheidung
Viele Handwerksbetriebe arbeiten von der Werkstatt aus, aber der Kunde sieht sie selten. Das hat Folgen für den Eintrag, und Google hat dafür eigene Richtlinien, die Sie vor jeder Änderung lesen sollten.
| Ihre Situation | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|
| Werkstatt oder Ladengeschäft mit Kundenverkehr | Adresse sichtbar, Öffnungszeiten für Besucher pflegen |
| Betrieb fährt nur zum Kunden, ohne Publikumsverkehr | Einsatzgebiet statt öffentlicher Adresse angeben, Richtlinien von Google lesen |
| Büro im Wohnhaus des Inhabers | Prüfen, ob die Adresse öffentlich erscheinen soll |
| Mehrere Betriebsstätten | Ein Eintrag pro Standort mit eigenen Daten |
| Doppelte oder alte Einträge | Zuerst bereinigen, dann optimieren |
Google erklärt, dass die Reihenfolge lokaler Ergebnisse von Relevanz, Entfernung und Bekanntheit abhängt (offizielle Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings). Für einen Handwerker bedeutet Entfernung meist: Sie konkurrieren mit den Betrieben Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises, nicht mit ganz Deutschland. Wer in München sucht, sieht andere Betriebe als jemand in Leipzig.
Kategorie und Leistungen so wählen, wie Kunden suchen
Die Hauptkategorie sagt Google, auf welche Suchanfragen Ihr Eintrag antworten kann. Wählen Sie aus der Liste die genaueste Kategorie für Ihr Gewerk und ergänzen Sie weitere nur, wenn Sie die Leistung wirklich erbringen. Ein Betrieb, der Heizung und Sanitär anbietet, braucht keine Kategorie für Dacharbeiten.
Eine häufige Unsicherheit: Ändert sich etwas, wenn man die Kategorie per Hand oder mit einem Verwaltungswerkzeug korrigiert? Nein. Es ist eine Änderung an einem Datenfeld, und Google liest den veröffentlichten Wert, nicht den Weg dorthin. Ob dadurch Positionen steigen, kann niemand garantieren, denn das hängt von Region und Wettbewerb ab.
Leistungen in Kundensprache
Beschreiben Sie jede Leistung so, wie ein Kunde sie eintippen würde: Heizungsnotdienst, Badsanierung, Rohrreinigung, Dachrinne reparieren, Elektroprüfung. Nennen Sie, was enthalten ist, und ob Sie Festpreise, Kostenvoranschläge oder eine Anfahrtspauschale anbieten.
Fotos: Arbeit zeigen, Kunden schützen
Aussagekräftig sind Fotos von Fahrzeug, Werkstatt, Team und fertiger Arbeit. Zeigen Sie keine erkennbaren Kunden, Hausnummern oder Fahrzeugkennzeichen ohne Einwilligung. Zu Datenschutz und Werbung im Handwerk lassen Sie sich bei Bedarf von einem Fachmann beraten.
Einheitliche Firmendaten: der NAP-Abgleich in der Praxis
Wenn Ihr Betrieb unter drei Schreibweisen im Netz steht, verwirrt das Kunden und erschwert Google die Zuordnung. Typische Abweichungen: alte Telefonnummer, geänderte Hausnummer, mit oder ohne Rechtsform, zwei Webadressen.
- Legen Sie eine Schreibweise fest: Firmenname, Straße, Postleitzahl, Ort, Telefonnummer.
- Tragen Sie diese Daten in eine einfache Tabelle ein, die als Vorlage dient.
- Suchen Sie Ihren Betrieb bei Google Maps, in gängigen Branchenverzeichnissen und auf Ihrer Website.
- Notieren Sie jede Abweichung mit der Adresse der Seite.
- Korrigieren Sie zuerst die wichtigsten Einträge, dann die übrigen.
- Wiederholen Sie die Kontrolle nach größeren Änderungen, etwa bei Umzug oder neuer Nummer.
Vor der Optimierung lohnt sich ein Blick darauf, wie Ihr Eintrag je nach Suchort erscheint. Mit einem Scan Ihrer Sichtbarkeit auf der Karte sehen Sie den Ausgangspunkt, und für die Grundlagen empfehlen wir unseren vollständigen Leitfaden zum lokalen SEO in Deutschland.
Bewertungen und Erreichbarkeit
Bei einem Notdienst entscheidet sich der Anruf in Sekunden. Kunden lesen aktuelle Bewertungen, achten auf Antworten des Betriebs und prüfen, ob die Nummer erreichbar ist. Google hat nicht gesagt, dass das Antworten auf Bewertungen die Position verbessert. Der Nutzen liegt im Vertrauen, denn die Antwort lesen auch künftige Kunden.
Beim Bitten um Bewertungen gelten Regeln: Die Richtlinien von Google raten davon ab, nur zufriedene Kunden zu fragen, und verbieten Rabatte, Geschenke oder jede andere Gegenleistung. Fragen Sie alle Kunden auf dieselbe Weise und lesen Sie den aktuellen Wortlaut der Richtlinie, weil er sich ändern kann. Praktisch: ein kurzer Link per Nachricht oder E-Mail nach Abschluss des Auftrags, immer vom selben Mitarbeiter.
Wer die Pflege allein erledigt, kann mit LocalEdge Lite, kostenlos und ohne Kreditkarte, starten. Lite zeigt einen GBP Score zur Orientierung, und AVI entwirft Antwortvorschläge, die Sie lesen, anpassen und veröffentlichen. Die Sichtbarkeitskarte gehört nicht zu Lite, sie ist im Plan Solo enthalten. Wer Eintrag, Bewertungen und Verlauf an einem Ort bündeln möchte, findet das in LocalEdge für Einzelbetriebe mit Einmalzahlung.
Wenn Sie mehrere Betriebe betreuen
Für Agenturen, die Handwerksbetriebe betreuen, kommt hinzu, dass jeder Kunde andere Einsatzgebiete, Notdienstzeiten und Gewerke hat. Mit LocalEdge für Agenturen mit Einmalzahlung können Sie Einträge gebündelt prüfen, Bewertungsantworten mit AVI vorbereiten und Berichte für Kunden erstellen.
Ein Anfangsbild liefert ein Sichtbarkeits-Scan je Kunde, den Sie nach einigen Monaten erneut vergleichen. Trennen Sie im Bericht, was Sie steuern, etwa korrigierte Einträge, bereinigte Firmendaten und beantwortete Bewertungen, von dem, was Sie nicht steuern, nämlich der genauen Position auf der Karte. Eine Positionszusage zu machen, ist der schnellste Weg, das Vertrauen eines Kunden zu verlieren.
Wenn heute jemand Ihren Betrieb nachts anruft, weil die Heizung ausfällt: Findet er die richtige Nummer, die richtige Adresse und einen Eintrag, der aktuell wirkt? Das ist die Frage, mit der Sie beginnen sollten.