In der Premium-Vermarktung hört man oft, Mandate kämen über Empfehlungen und nicht über Google. Für Objekte, die diskret behandelt werden müssen, klingt das plausibel. Doch eine Empfehlung liefert zunächst nur einen Namen, und was danach sichtbar wird, spielt mit: Bewertungen, Fotos, Telefonnummer und Öffnungszeiten im Google Business Profile (GBP). Dieser Leitfaden prüft die Annahme für Immobilienmakler in der Schweiz und zeigt, welche Felder und Messungen sich lohnen. Er enthält keine eigenen LocalEdge-Daten zum Schweizer Markt.
Empfehlungen liefern den Namen, das Profil zeigt, was dahinter steht
Plausibel ist, dass viele Interessentinnen und Interessenten den empfohlenen Namen noch einmal selbst nachschlagen. Das ist eine Annahme und keine gemessene Grösse; entsprechende Zahlen liegen hier nicht vor. Die Tabelle stellt gängige Überzeugungen den Gegenargumenten gegenüber.
| Überzeugung | Gegenargument |
|---|---|
| Premium-Kundschaft recherchiert nicht bei Google. | Eine Empfehlung liefert den Namen. Wer ihn nachschlägt, sieht Bewertungen, Fotos und Kontaktdaten des Profils. |
| Je weniger sichtbar, desto diskreter. | Diskretion betrifft Objekte und Kundendaten. Ein Profil ohne Fotos und Öffnungszeiten wirkt unfertig. |
| Bewertungen bringen bei hohen Objektpreisen nichts. | Bewertungen gehören zur Bekanntheit, einem der drei Faktoren, die Google nennt. Das Gewicht legt Google nicht offen. |
Die Annahme stimmt dort, wo eine Agentur ausschliesslich Off-Market vermarktet und weder Laufkundschaft noch Suchanfragen anstrebt. Dann genügt ein schlankes Profil, dessen Name, Telefonnummer und Öffnungszeiten aber stimmen müssen. Das Grundgerüst finden Sie in unserem vollständigen Leitfaden zum Google Business Profile.
Ein einfacher erster Schritt: Suchen Sie Ihre Agentur unter dem eigenen Namen, notieren Sie, was Google anzeigt, und vergleichen Sie es mit dem, was Sie Interessenten zeigen möchten. Fehlende Fotos, veraltete Öffnungszeiten oder unbeantwortete Bewertungen fallen dabei sofort auf.
Hauptkategorie, Beschreibung und Sprachen im Premium-Segment
Google erklärt, dass lokale Ergebnisse auf Relevanz, Entfernung und Bekanntheit beruhen, ohne die Gewichtung der Faktoren zu veröffentlichen. Die Hauptkategorie ist das erste Relevanzsignal. In der Kategorienliste von Google finden sich unter anderem Immobilienmakler, Immobilienbüro und Immobilienverwaltung; die genauen Bezeichnungen sollten Sie im Profil-Editor prüfen.
Die Schweiz ist mehrsprachig, und Premium-Objekte ziehen oft Interessenten aus dem Ausland an. Schreiben Sie die Beschreibung in der Sprache Ihrer Hauptzielgruppe und nennen Sie die Gemeinden, die Sie betreuen. Bewertungen in anderen Sprachen beantworten Sie am besten in der Sprache des Verfassers. LocalEdge Lite liefert dafür Antwortentwürfe von AVI, die Sie vor dem Senden prüfen; im Agenturplan passt AVI die Antworten an Ton und Sprache an.
Für Premium-Objekte gehören professionelle Fotos der Agentur, des Teams und der Büroräume zum ersten Eindruck. LocalEdge Lite enthält 4 Fotos und 4 Beiträge pro Monat. Im Agenturplan gibt es Beiträge vom Typ Update, Offer und Event; Event passt etwa zu Besichtigungsterminen. Fotos lassen sich dort hochladen, organisieren und veröffentlichen.
Sichtbarkeit pro Gemeinde messen statt schätzen
Die Entfernung zwischen suchender Person und Ihrem Büro fliesst in das Ergebnis ein. Hypothetisches Beispiel: Eine Agentur in Zug kann in Zug gut sichtbar sein und in Baar oder Cham deutlich weniger, wenn nie von dort aus gemessen wurde.
Mit LocalEdge Solo erlaubt die Heatmap Raster bis 21×21 Punkte und bis zu 5 Suchbegriffe pro Scan. Wählen Sie die Suchbegriffe, die Ihre Kundschaft tatsächlich eingibt, etwa Immobilienmakler gefolgt vom Gemeindenamen, und legen Sie das Raster über die Gemeinden, in denen Sie Mandate suchen. Die Pläne Lite und Solo von LocalEdge sind auf ihrer Seite beschrieben: Die Heatmap gehört zu Solo, nicht zu Lite. Wiederholen Sie später denselben Scan mit demselben Raster und denselben Suchbegriffen, sonst sind die Ergebnisse nicht vergleichbar.
Agenturen mit mehreren Standorten können Scans im Agenturplan täglich, wöchentlich oder monatlich planen und den Verlauf einsehen.
Fremde Änderungen am Profil erkennen
Laut der Google-Hilfe vom September 2026 wird der Inhaber über bestimmte vorgeschlagene Änderungen informiert und hat vier Tage Zeit, sie anzunehmen oder abzulehnen; Google kann eine Änderung veröffentlichen, die durch öffentliche Informationen gestützt wird (Search Engine Roundtable, 23.09.2026). Eine geänderte Telefonnummer oder abweichende Öffnungszeiten können im Alltag einer Agentur Anrufe kosten, ohne dass eine Warnung erscheint. Bei Agenturen mit mehreren Büros summieren sich solche Abweichungen, weil niemand jedes Profil täglich öffnet.
Guardian, eine optionale Zusatzfunktion, prüft das Profil stündlich über die Google-API und meldet innerhalb der Stunde das betroffene Feld, den alten und den neuen Wert sowie eine Schaltfläche namens Fix Now. Auch eine Sperrung wird gemeldet. Wer mehrere Standorte betreut, kann Guardian im LocalEdge-Agenturplan in einem Schritt für viele Profile aktivieren. Die 15-tägige Guardian-Testphase ist in LocalEdge Lite enthalten.
Vier Schritte für jedes Quartal
- Alle Kundinnen und Kunden nach Abschluss um eine Bewertung bitten, ohne Gegenleistung: Google erlaubt weder Anreize noch das gezielte Einholen positiver Bewertungen.
- Jede Bewertung beantworten, ohne Objektadresse, Preis oder Namen der Beteiligten.
- Kategorie, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Website mit Ihrer internen Liste abgleichen, besonders vor Weihnachten und Ostern, weil Feiertage je nach Kanton unterschiedlich sein können.
- Den Scan mit demselben Raster und denselben Suchbegriffen wiederholen und Gemeinde für Gemeinde vergleichen.
Zur Kontrolle der Vollständigkeit berechnet LocalEdge Lite einen GBP Score von 0 bis 100 anhand von mehr als 15 Kriterien. Er misst, wie vollständig das Profil ist, und nicht Ihre Position auf der Karte. Wie das Thema im Nachbarland aufgebaut ist, zeigt unser Leitfaden für Immobilienmakler in Deutschland.
Ein erster Scan heute liefert die Vergleichsbasis für das nächste Quartal: Starten Sie einen Sichtbarkeits-Scan für Ihre wichtigsten Gemeinden und notieren Sie Raster und Suchbegriffe.